Teamevents

Für alle Persönlichkeiten

Introvertierte und Extrovertierte gleichermassen einbeziehen

In jedem Team gibt es die Lauten und die Leisen. Die, die sofort losreden, und die, die erst beobachten. Die, die gerne im Mittelpunkt stehen, und die, die lieber aus zweiter Reihe gestalten. Beide Typen sind gleich wertvoll, beide bringen das Team weiter, beide gehören zu jedem Firmenanlass. Die Frage ist nur, ob das Format auch beide einbezieht oder ob es einseitig kippt.

In der Praxis kippen die meisten Teamevents. Klassische Formate belohnen Sichtbarkeit: wer redet, fällt auf, wer mitmacht, gilt als engagiert. Die Stilleren werden nicht ausgeschlossen, aber sie werden auch nicht eingebunden. Sie sitzen am Rand, lächeln höflich und sind erleichtert, wenn es vorbei ist. Aus Sicht der Geschäftsleitung sieht das nach gelungenem Team-Building aus. Aus Sicht der Stilleren war es ein Pflichttermin.

Warum klassische Formate Extrovertierte bevorzugen

Die meisten Teamevent-Klassiker funktionieren über ein einziges Erfolgskriterium: Wer macht sich sichtbar? Bei einer Improtheater-Session bedeutet das auf die Bühne gehen. Bei einer Schnitzeljagd bedeutet das laut nach Hinweisen rufen. Bei einem Quiz bedeutet das die Antwort als Erster zu wissen. Wer das nicht von sich aus tut, bleibt im Hintergrund. Das ist nicht persönlich gemeint, das ist die Logik des Formats.

Etwa 30 bis 40 Prozent der Belegschaft in einem typischen Schweizer Unternehmen identifiziert sich eher als introvertiert. Das sind keine Außenseiter, sondern oft die Leute, die im Alltag die Detailarbeit machen, in Meetings das Notizprotokoll führen oder im Hintergrund Projekte zusammenhalten. Wenn das Teamevent ausgerechnet sie zu Statisten macht, läuft etwas grundlegend schief.

Filmcrews sind eine erprobte Lösung

Ein Filmset ist seit hundert Jahren das Modell, das introvertierte und extrovertierte Charaktere strukturell gleichberechtigt einbindet. Schauspiel ist sichtbar, Regie auch, aber Kamera, Drehbuch, Continuity, Licht, Ton und Produktionsleitung sind ebenso wichtig - und sie verlangen genau die Eigenschaften, die in einem Großraumbüro oft übersehen werden: Konzentration, Detailgenauigkeit, ruhige Beobachtung.

Beim Filmevent wählt jede Person ihre Rolle aus diesem Spektrum. Wer gerne performt, geht vor die Kamera. Wer den Überblick behalten will, übernimmt die Regie. Wer am liebsten von hinten gestaltet, wird Kamera oder Set. Wer Struktur liebt, übernimmt die Produktion. Niemand wird in eine Rolle gedrängt, die nicht passt. Das klingt selbstverständlich, ist es bei den meisten Teamevent-Formaten aber nicht.

Das Drehbuch nimmt den Improvisationsdruck raus

Eine häufige Sorge ruhigerer Personen vor einem Filmevent: Wir sollen jetzt schauspielern, vor einer Kamera, vor Kollegen, ohne Vorbereitung? Das wäre der Stresstest schlechthin. Genau deshalb arbeitet jede Crew mit einem vorgeschriebenen Drehbuch und einer fertigen Shotlist. Was gesagt und gespielt wird, steht. Was inszenatorisch entsteht, ist Teamarbeit, nicht Spontan-Performance.

Diese Sicherheit ist der Unterschied zwischen einem Format, das Introvertierten Angst macht, und einem, das ihnen erlaubt, kreativ einzusteigen. Und sie ist der Grund, warum Filmevents auch in Teams funktionieren, in denen sonst kaum jemand "freiwillig auf die Bühne" möchte.

Die kleine Crew als sicherer Rahmen

Auch bei großen Belegschaften wird in kleinen Crews von acht bis zwölf Personen gearbeitet. Das ist nicht nur eine logistische Entscheidung, das ist eine soziale. In einer Gruppe von zehn Leuten kann sich keine Person verstecken, aber niemand muss sich auch vor einem Saal beweisen. Beiträge entstehen unter den Kollegen, die man bereits kennt - und unter neuen Gesichtern, die schnell vertraut werden.

Für introvertierte Teilnehmende ist genau dieser Maßstab entscheidend. Sie können sich einbringen, ohne sich exponieren zu müssen. Eine Idee zum Drehbuch geben, eine Kameraeinstellung vorschlagen, einen Vorschlag zur Szenenfolge machen - das passiert in dieser Größe natürlicher als vor 80 Leuten.

Die Rolle wählt die Person, nicht umgekehrt

Beim Filmevent verteilt die Crew die Rollen selbst, in den ersten zwanzig Minuten. Das passiert ohne Bühne, ohne Wettbewerb, einfach am Tisch. Wer sich für Kamera meldet, bekommt Kamera. Wer Regie machen will, macht Regie. Wer sich erstmal zurückhalten möchte, übernimmt Set oder Continuity und wächst von dort in den Tag hinein.

Wir beobachten dieses Selbstauswahlmoment seit Jahren. Es ist verblüffend treffsicher. Personen, die im Büroalltag selten zu Wort kommen, wählen oft Regie - weil sie genau dieses strukturelle Denken im Alltag schon leisten. Personen, die in Meetings dominieren, gehen vor die Kamera. Niemand wird falsch besetzt, weil niemand falsch besetzt werden kann.

Was im fertigen Film sichtbar wird

Bei der Premiere am Abend sieht jede Person ihren Beitrag im Film. Nicht nur die Schauspielenden, auch die Crew hinter der Kamera. Eine schöne Einstellung ist die Kameraarbeit. Eine geschickte Szenenführung ist die Regie. Eine glaubwürdige Set-Gestaltung ist die Set-Arbeit. Diese Sichtbarkeit ist kein Trostpreis für Stille, sondern die ehrliche Anerkennung, dass jeder Film aus zwei gleichberechtigten Hälften besteht: dem, was vor der Kamera passiert, und dem, was dahinter ermöglicht wurde.

Für viele Introvertierte ist das die erste Erfahrung in einem Teamevent, in der ihre Art zu arbeiten nicht nur akzeptiert, sondern strukturell vorgesehen wurde. Das ist kein kleiner Effekt. Es verändert, wie diese Personen Teamevents künftig wahrnehmen - und oft auch, wie sich das Team danach im Alltag organisiert.

Ein Format, das niemanden zurücklässt

Aus über 300 Filmevents pro Jahr wissen wir: Die Frage, ob ein Format für ein gemischtes Team funktioniert, entscheidet sich nicht am Briefing, sondern in den ersten zwanzig Minuten. Wenn jede Person eine Rolle gefunden hat, die sich richtig anfühlt, läuft der Rest des Tages von selbst. Wenn nicht, helfen auch das beste Catering und der beste Host nichts mehr. Ein Teamevent, das Introvertierte und Extrovertierte gleichermaßen einbezieht, ist kein Sonderwunsch - es ist die Voraussetzung dafür, dass ein Firmenanlass für alle gleichermaßen Wert hat.

FILM AB

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