Filmevent:

Was euch erwartet

Überraschend einfach, überraschend gut

Die meisten Teams, die das erste Mal ein Filmevent buchen, stellen sich darunter etwas Kompliziertes vor. Technik, Drehbücher, Vorbereitung, Schauspiel-Druck. In Wirklichkeit ist der Einstieg erstaunlich unkompliziert. Wir machen über 300 Events pro Jahr, in denen viele Teilnehmende vorher noch nie eine Kamera in der Hand hatten - und nach zwanzig Minuten arbeiten sie, als hätten sie das schon immer getan. Hier ist, was Schritt für Schritt passiert.

Was wir oft hören, bevor Teams das erste Mal teilnehmen: "Ich kann nicht schauspielern", "Ich will nicht vor der Kamera stehen", "Das ist sicher peinlich". Was wir nach der Premiere hören: "Das war einfacher als gedacht", "Die Zeit verging zu schnell", "Wann machen wir das wieder?" Der Unterschied zwischen Erwartung und Erfahrung ist beim Filmevent größer als bei den meisten anderen Teamevent-Formaten - und immer in dieselbe Richtung.

Ankunft und Briefing: die ersten 30 Minuten

Die Crew kommt am Drehort an, üblicherweise in einem Hotel, Eventraum oder einer Location. Das Filmevent-Team steht bereit, die Räume sind vorbereitet, die Technik aufgebaut. Nach einer kurzen Begrüßung beginnt das Briefing: Worum geht es heute, wie läuft der Tag ab, was passiert wann? Das dauert keine Stunde, das dauert fünfzehn bis zwanzig Minuten. Wir wollen die Crew nicht mit Theorie volltanken, wir wollen sie schnell ins Tun bringen.

Im Briefing wird auch das Format der Variante erklärt. Bei der Basic- und Plus-Variante arbeitet die Crew mit dem Smartphone und unserer App, begleitet von einem Host. Bei der Pro-Variante kommt zusätzlich ein echter Filmemacher ans Set, der die Crew durch den Tag führt. Beide Varianten produzieren am Ende einen fertigen Film - die Pro-Variante mit mehr filmischer Tiefe und der Möglichkeit, das Drehbuch substanziell anzupassen.

Genre und Rollen: die nächsten 30 Minuten

Jede Crew wählt ihr Genre - Romcom, Crime, Western, Sci-Fi. Diese Wahl ist die erste echte Teamentscheidung des Tages und passiert oft in fünf Minuten. Sie ist wichtiger, als es aussieht, weil das Genre den Ton der nächsten Stunden setzt. Eine Crew, die sich für Western entscheidet, denkt schon ab der Drehbuch-Lektüre anders über Bildkomposition und Tempo als eine Romcom-Crew.

Dann werden die Rollen verteilt. Regie, Kamera, Schauspiel, Set, Organisation. Das passiert in der Crew selbst, ohne Bühne, ohne Wettbewerb, einfach am Tisch. Wer sich für Kamera meldet, bekommt Kamera. Wer Regie machen will, macht Regie. Wer sich erstmal zurückhalten möchte, übernimmt Set oder Continuity. Wir greifen nur ein, wenn eine Crew sich völlig im Kreis dreht - meistens regelt sich das von selbst, weil die Crew besser weiß, wer wo passt, als jede Außenmoderation.

Die erste Drehphase: 60 bis 90 Minuten reines Tun

Jetzt geht es ans eigentliche Drehen. Die Crew hat ihr Drehbuch, die Shotlist gibt die Einstellungen vor, das Set ist aufgebaut. Die ersten Aufnahmen sind immer holprig. Die erste Szene wird zweimal, dreimal, manchmal viermal gedreht, bis sie sitzt. Das ist nicht Inkompetenz - das ist der normale Filmrhythmus. Auf jedem echten Filmset wird jede Einstellung mehrfach gedreht.

Was die meisten Crews in dieser Phase überrascht: wie schnell man in den Flow kommt. Nach fünfzehn Minuten ist die Anfangsverlegenheit verschwunden, nach dreißig Minuten denken alle nur noch an die Szene, nach einer Stunde improvisiert die Hälfte des Teams kleine Anpassungen am Skript, die der ursprünglichen Version oft überlegen sind. Wir sehen diesen Übergang bei fast jeder Crew - er passiert von selbst, sobald die ersten Aufnahmen im Kasten sind.

Der Moment der Premiere

Pause und zweite Drehphase

Nach der ersten Drehphase gibt es eine kurze Pause: Kaffee, etwas Snack, Luft holen. Diese Pause ist nicht nur Erholung, sondern auch der Moment, in dem die Crew das bisher Gedrehte einordnet. Was hat gut funktioniert, was war zäh, wo muss in der zweiten Phase nachjustiert werden? Diese Selbstreflexion ist nicht von uns aufgezwungen - sie passiert, weil das Team gerade einen halben Drehtag hinter sich hat und sieht, was funktioniert und was nicht.

Die zweite Drehphase dauert noch einmal 45 bis 60 Minuten. Hier kommen die schwierigeren Szenen, die Action-Momente, das Finale. Oft entstehen hier die besten Aufnahmen, weil die Crew inzwischen eingespielt ist, die Kameraperson sicher steht, die Schauspielenden sich nicht mehr verstellen müssen. Bei vielen Crews ist die letzte Szene des Tages auch die beste - obwohl oder gerade weil zu diesem Zeitpunkt schon alle müde und etwas albern sind.

Postproduktion und Apéro

Während das Filmevent-Team in der Postproduktion arbeitet - Schnitt, Musik, Color, Untertitel - geht die Crew zum Apéro. Hier passiert etwas, das man nicht inszenieren kann: die Crews vermischen sich. Jemand aus dem Western-Team fragt die Romcom-Crew, wie sie ihr Ende gedreht hat. Eine Sci-Fi-Crew erzählt vom Set-Bau. Die parallele Drehzeit, die man bisher nur als Lärm aus dem Nachbarraum wahrgenommen hat, bekommt jetzt Gesichter und Geschichten.

Wie lange die Postproduktion dauert, hängt von der Variante ab. Bei der Basic-Variante reicht meistens eine halbe Stunde Apéro, bei der Pro-Variante mit aufwändigerem Schnitt etwas länger. Diese Zeit ist nicht Leerlauf - sie ist Teil des Erlebnisses. Die Spannung, ob das eigene Material wirklich zu einem zusammenhängenden Film geworden ist, baut sich genau in dieser Wartezeit auf.

Die Premiere

Am Ende kommen alle Crews für die Premiere zusammen. Großer Bildschirm, gedimmtes Licht, alle Filme nacheinander, jeweils zwei bis drei Minuten. Das ist meistens der beste Teil des Tages und der Grund, warum wir ihn auch nach 300+ Events nicht überlassen. Man sieht, was die anderen Crews aus demselben Format gemacht haben, lacht über die Pannen, staunt über die guten Szenen, erkennt überraschend gute Performances von Kollegen, die man im Alltag nie auf einer Bühne erwartet hätte.

Die Premiere dauert üblicherweise zwischen 30 und 45 Minuten, je nach Anzahl der Crews. Im Anschluss läuft das Apéro weiter, oft mit deutlich anderer Energie als vor der Premiere - die geteilte Erfahrung der letzten Stunden hat das Eis komplett gebrochen, und die Gespräche werden konkret. Wer im Western-Film mitgespielt hat, fragt, wie die Crime-Crew ihren Plot gelöst hat. Wer Regie geführt hat, vergleicht sich mit anderen Regie-Personen aus parallelen Crews.

Was ihr danach mitnehmt

Nach dem Event bekommt jede Crew ihren fertigen Film. Innerhalb weniger Tage als Download, geeignet zum Teilen im Intranet, beim nächsten Mitarbeiter-Event, im Onboarding. Das ist nicht das Hauptergebnis, das Hauptergebnis ist der Tag selbst. Aber der Film ist der Anker, der die Erinnerung über Monate verfügbar hält.

Was die meisten Teams nicht erwarten: wie unanstrengend der Tag rückblickend wirkt. Trotz Drehtempo, trotz mehrerer Stunden Konzentration, trotz neuer Rollen für viele Beteiligte - die Crews verlassen das Event meistens gelöster, als sie angekommen sind. Das hat einen Grund: ein gemeinsames Ziel, das tatsächlich erreicht wird, ist eine der wenigen Erfahrungen, die im Berufsalltag selten so klar und konkret stattfinden. Das wirkt nach, auch wenn der Drehtag eigentlich anstrengend war.

FILM AB

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